„Lernen lernen“ Seminar am Theodor-Heuss-Gymnasium Schopfheim

Am 21. und 22. Oktober fanden sich die Fünftklässler des Theodor-Heuss-Gymnasiums mit ihren Eltern in der Mensa des THG ein, um Lernstrategien kennenzulernen und wertvolles Wissen aus der Lernforschung über das Lernen überhaupt in einem zweitägigen Seminar zu erwerben.

Birgit Müller, die stellvertretende Schulleiterin des THG begrüßte den Referenten des Abends, Herrn Konrad Scheib vom Studienhaus am Dom St. Blasien mit seinem Team, sowie Herrn Matthias Rive von der Sparkassenstiftung, die die Veranstaltung schon im sechsten Jahr maßgeblich finanziell unterstützt.

In der gut gefüllten Mensa saßen

die Eltern an den Tischen und die Kinder zunächst vor der Leinwand am Boden, als Konrad Scheib seinen Vortrag über die Voraussetzungen und Bedingungen für gutes Lernen begann.

Anhand anschaulicher Beispiele und Aufgabenstellungen aus den Bereichen Mathematik und Rechtschreibung zeigte Konrad Scheib, wie jeder Lernprozess darauf beruht, Strukturen zu erkennen und Strategien zu entwickeln. Diese Lernstrategien sind altersbedingt verschiedene bei Erwachsenen und Kindern. Manche Probleme sind aufgrund der geistigen und körperlichen Entwicklung des Kindes erst für ältere Schüler überhaupt lösbar. Gleichzeitig zeigte Scheib, dass wir immer auch schon eine Leistungserwartung und eine Bewertung an einem scheinbar objektiv vorgegebenen Maßstab an eine Lernleistung herantragen. Dabei ordnen wir uns in ein Leistungsspektrum aller vergleichbaren Personen z. B. innerhalb der Schulklasse ein.

Dabei sei es aber ein viel wichtigerer Punkt, sich am eigenen Leistungsstand zu orientieren und eine Verbesserung innerhalb der eigenen Möglichkeiten zu erreichen. Motivierend sei ein angemessener Schwierigkeitsgrad, der weder durch Unterforderung langweile, noch durch Überforderung frustriere. Das Bewältigen einer angemessen schwierigen Aufgabe werde als Erfolg erlebt und motiviere zu weiterem Lernen. Er warnte vor überzogenen Leistungserwartungen der Eltern an ihre Kinder und wies darauf hin, dass Kinder im Normalfall nicht für ihre schulischen Leistungen geliebt werden, sondern allein dafür, dass sie da sind. Jeder habe seine eigene Art zu lernen und entwickle seinen eigenen Weg mit Problemen umzugehen. „Ein Kind ist kein Projekt“ stellte er an die Eltern gewandt fest. Es sei wichtig, ein Kind auch Kind sein zu lassen.

In einer zweiten Phase nahmen fünf junge Lehrerinnen verschiedener Schultypen, die Konrad Scheib als sein Team mitgebracht hatte, die Fünftklässler mit in ihre Klassenzimmer, um mit ihnen verschiedene Lerntechniken einzuüben. Konzentrationsübungen ergänzten das Programm.

Währenddessen wandte sich Konrad Scheib noch einmal an die Eltern und erklärte ihnen, wie sie das Lernen ihrer Kinder unterstützen können. Er empfahl dabei Vertrauen sowohl in die Selbständigkeit der Kinder als auch in die Professionalität der Lehrer zu setzen.

Neben den Ausführungen der Referenten nahmen die Teilnehmer auch den Gedankenaustausch mit den anderen Teilnehmern an beiden Tagen als wertvollen Gewinn mit nach Hause.

(Autor: Willi Tittel)