Was heißt Hausaufgabenbetreuung?

Die Mentor(inn)en sollen nicht nur Sorge dafür tragen, dass ein ruhiges und konzentriertes Arbeiten während der Hausaufgabenbetreuung möglich ist, sondern außerdem – je nach Befindlichkeit und Bedarf der Schülergruppen – die Konzentrationsfähigkeit und Merkfähigkeit der Schüler(innen) trainieren. Grundlage jeglichen Lernens ist die Aufnahmefähigkeit unseres Gehirns bzw. Gedächtnisses. Mit Trainigsübungen des Gedächtnistrainers Markus Hofmann soll nun ab dem Schuljahr 2016/17 ein weiterer Schwerpunkt in der Hausaufgabenbetreuung gesetzt werden.

Wer betreut mit welcher Qualifikation unsere Schüler(innen)?

Schüler(innen) der Klassen 10 bis 12 werden jeweils zu zweit einer Lerngruppe zugeordnet und betreuen diese Gruppe für ein Schuljahr. In der Regel werden für diese Aufgabe Sozialmentoren eingesetzt. Diese Schüler(innen) haben in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirche Schopfheim unter Leitung von Bezirksjugendreferentin Frau Feldmann eine 6-monatige Ausbildung absolviert. Sie sind dazu ausgebildet, in der Schule in besonderer Weise Verantwortung zu übernehmen. Unter anderem steht Folgendes auf ihrem Ausbildungsplan:
Absolvieren eines Praktikums im sozialen Bereich und eines Ersten-Hilfe-Kurses; Erarbeitung des Themas "Verantwortung"; Reflexionen über die Rolle als Leiter(in) sowie über verschiedene Leitungsstile. Des Weiteren Informationen zur Aufsichtspflicht; Spielpädagogik; Team Teaching; Konflikte verstehen und moderieren; disziplinieren und strafen.

Wie werden die Mentor(inn)en weiter ausgebildet und begleitet ?

Die Mentor(inn)en erhalten zu Beginn ihrer Tätigkeit von mir an der Schule einen Kurs, der sie auf die spezifischen Aufgaben und Herausforderungen der Hausaufgabenbetreuung vorbereitet. Ein Handbuch bzw. Leitfaden sichert einheitliche Grundsätze bzw. Grundregeln und bietet einen Fundus an Übungen zum Gedächtnistraining bzw. Konzentrations- und Aktivierungsübungen. Im weiteren Verlauf des Schuljahres erhalten sie alle sechs Wochen eine Art Supervision, d. h. sie reflektieren ihre Aufgaben und das Geleistete, Schwierigkeiten bzw. Erfolge. Hierbei geht es nicht nur um einen Austausch, sondern auch um das Entwickeln konkreter Lösungsansätze bei Schwierigkeiten und je nachdem auch um das Trainieren derselben.

Wer führt Aufsicht?

Den jeweiligen Gruppen eines Tages sind immer mindestens zwei aufsichtsführende Lehrkräfte zugeordnet, die sich entweder in einem der Klassenräume aufhalten, in denen Hausaufgabenbetreuung stattfindet, oder auf dem dazugehörigen Gang. Wie groß sind die Schülergruppen und wie setzen sie sich zusammen?

Die Gruppengröße variiert zwischen 12 und 15 Schüler(inne)n, welche in der Regel aus zwei verschiedenen Klassen eines Jahrganges kommen.

Wie wird darauf reagiert, dass die Schüler(innen) unterschiedlich schnell ihre Aufgaben erledigt haben ?

Die einzelnen Schüler(innen) werden nach Erledigung ihrer Hausaufgaben dazu angehalten, Vokabeln zu wiederholen, sich auf eine bevorstehende Arbeit vorzubereiten oder im Erdkundebuch/Deutschbuch/etc. zu schmökern, d. h. sich individuell nochmals eine Aufgabe zu stellen. Falls ein großer Teil einer Lerngruppe bereits alle Hausaufgaben erledigt hat, bevor die Betreuungszeit zu Ende ist, bietet auch immer wieder einer der beiden Mentor(inn)en Spiele und Aktivitäten im Freien an, während die/der zweite Mentor im Klassenzimmer die übrigen Schüler(innen) betreut.

Gut' Ding will Weile haben ....

Immer wieder beobachten wir, dass es für unsere Schüler(innen) ungewohnt ist, in der Schule zwar mit anderen, aber gleichzeitig alleine zu arbeiten, den Zeitrahmen für die Erledigung der Hausaufgaben von außen gesetzt zu bekommen, evtl. im ganz persönlichen "Mittagsloch". Für die Mentor(inn)en ist es eine Herausforderung, Rahmenbedingungen einzufordern und gleichzeitig den Schüler(inne)n gerecht zu werden, die verschiedenste Voraussetzungen und Bedürfnisse mitbringen. Sei es, dass sie Schüler(innen) vorfinden, die sich einfach auf den Tisch legen und partout nicht arbeiten wollen, andere, die unbedingt nach draußen wollen und bereits ihre Jacke anhaben, bis hin zu Schüler(inne)n, die sofort und motiviert ihre Arbeit beginnen.
Für mich bleibt es ein Prozess, hierfür immer wieder pädagogische Konzepte zu überdenken und zu entwickeln, die Mentor(inn)en praxisnah zu coachen bzw. organisatorische Hürden zu bewältigen.

Es ist und bleibt eine Herausforderung und Chance, durch die neu gewonnenen Erfahrungen das Konzept weiter zu gestalten und zu verbessern – mit und für unsere Schülerinnen und Schüler.

Wir – unsere Mentorinnen und Mentoren, die Aufsichtslehrkräfte und ich, die ich für die pädagogische und organisatorische Seite verantwortlich bin – freuen uns, Ihre Kinder zu betreuen und zu begleiten.

Barbara Schweikart (Hausaufgabenbetreuung THG)