Fragen und Antworten zum Schulversuch G9

Was passiert, wenn wesentlich mehr Schüler einen G9-Zug belegen wollen, als im Modellversuch vorgesehen? Wer darf, wer nicht?
Alle schulgesetzlichen Regelungen gelten für die G8- und die G9-Schüler gleichermaßen: Es besteht kein Rechtsanspruch auf Besuch eines G9-Zugs, sondern auf den Besuch eines Gymnasiums in Wohnortnähe. Über die Aufnahme in einen G9-Zug entscheidet die Schulleitung. Bei großem Interesse an einer Modellschule kann den Schülern unter Umständen eine andere erreichbare Modellschule empfohlen werden. Es wird immer versucht, für jedes Kind eine gute Lösung zu finden. Zu beachten ist, dass auch über die beruflichen Gymnasien und die Gemeinschaftsschulen das Abitur in neun Jahren erreicht werden kann.

Werden an den Modellschulen auch zusätzliche Züge eingeführt oder ersetzt ein G9-Zug einfach jeweils einen G8-Zug?
Der Regelfall ist, dass ein G9-Zug einen G8-Zug ersetzt. In Einzelfällen kann vielleicht diese Vorgabe nicht eingehalten werden. Nach Prüfung durch die Schulverwaltung werden hier auch Ausnahmen möglich sein.

Wie funktioniert die Dehnung eines Zuges um ein Jahr am THG in Schopfheim?
Am THG findet eine vom Kultusministerium genehmigte Dehnung von Klasse 5 bis 11 statt. Siehe Kontingentstundentafel für G9.

Werden an den Gymnasien die Schüler der G8- und G9-Züge in manchen Fächern teilweise auch gemeinsam unterrichtet?
Ja, das ist möglich, je nach Modell. Dies liegt in der Entscheidung der Schule.

Wann fällt die Entscheidung, ob eine Schülerin oder ein Schüler einen G8- oder einen G9-Zug belegt?
Die Eltern entscheiden sich bei der Anmeldung ihres Kindes am Gymnasium für einen acht- oder einen neunjährigen Zug. Ein späterer Wechsel ist nicht sinnvoll und deshalb nicht möglich.

Haben Eltern und Schüler im Fall eines Umzugs einen Anspruch darauf, in eine andere Modellschule aufgenommen zu werden?
Die Eltern werden bei der Anmeldung auf die Besonderheit eines Schulwechsels hingewiesen – das wird bei jedem Schulversuch so gehandhabt. Der Besuch eines Gymnasiums mit G9-Zügen in der Nähe des neuen Wohnorts kann nicht garantiert werden.

Ist ein Quereinstieg von einer anderen Schulart in einen G9-Zug möglich?
Ein Quereinstieg in das Gymnasium ist immer möglich. Das regelt die entsprechende Versetzungsordnung. Da die Inhalte des Bildungsplans auf neun statt auf acht Schuljahre verteilt sind, eignet sich der neunjährige Bildungsgang etwa für Quereinsteiger von der Realschule besonders gut.

Wie wird sichergestellt, dass Schüler aus G8 und aus G9 tatsächlich auf demselben Leistungsniveau in die gemeinsame Kursstufe wechseln?
Das ist kein Problem, da ja für alle Schüler derselbe Bildungsplan gilt. G8- und G9-Schüler können so in der Kursstufe ohne Weiteres gemeinsam unterrichtet werden.

Warum werden überhaupt wieder neunjährige Züge eingerichtet?
Der Schulversuch ist eine Weiterentwicklung des Gymnasiums, keine Rückkehr zum früheren neunjährigen gymnasialen Bildungsgang. Grundlage des Curriculums bleibt der G8-Bildungsplan. Er ist ein Angebot, das auf die unterschiedlichen Lernbedürfnisse und Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler ausgerichtet ist. Die bisherigen Erfahrungen in den Schulen und die Rückmeldungen von Gymnasiasten und ihren Eltern haben gezeigt, dass sich Schülerinnen und Schüler im G8 häufig mehr Zeit für Musik und Sport, für kulturelles und ehrenamtliches Engagement wünschen. Wir erproben mit dem Schulversuch verschiedene Modelle der Dehnung des G8-Bildungsplans und zwar ganz bewusst unter dem Gesichtspunkt, wie die besonderen Voraussetzungen am jeweiligen Gymnasium berücksichtigt werden können.

Wann erreicht man den mittleren Bildungsabschluss in G9 bzw. G8?
Der mittlere Bildungsabschluss wird im G8 und G9 mit der Versetzung am Ende der Klasse 10 erworben.

Informationen laut Pressestelle des Kultusministeriums Baden-Württemberg