1 Vision, Ziele und Gesamtkonzept

Mit TheoPlus startete das Theodor-Heuss-Gymnasium (THG) Schopfheim zum Schuljahr 2012/13 ein umfassendes, längerfristig angelegtes Konzept „Fördern und Fordern“. Ziel ist es, die Jugendlichen darin zu unterstützen, ihre individuellen Interessen und Fähigkeiten zu entfalten, ihnen die Möglichkeit zu geben, im Team ihre eigene Wirksamkeit zu erfahren und ihr Selbstbild zu stärken.

  1. Gemäß seiner Grundkonzeption hat TheoPlus den Anspruch, sowohl besondere Interessen und Begabungen durch ein möglichst breites Angebot zusätzlicher Herausforderungen,
  2. als auch SchülerInnen mit Teilleistungsschwächen systematisch zu fördern.
  3. Unterrichts- und Schulentwicklung – „Individualisierung“ und „Kooperation“ als „Haltung“: In dieser Hinsicht dient TheoPlus explizit als „Labor“ für die Themen „Binnendifferenzierung“, „Individualisierung“ sowie „Kooperation“, indem individualisierende und projektartige Unterrichtsformen erprobt und weiterentwickelt werden. Insbesondere ist auch ein Transfer der Erfahrungen und eventuell erstellter Materialien in den (Fach-)Unterricht angedacht.

TheoPlus versteht sich somit als abgestimmtes Angebot an die SchülerInnen, das

  • über die Summe einzelner, gar konkurrierender Aktivitäten hinausgehen,
  • mittelfristig einen Mehrwert für den „normalen Unterricht“ beinhalten und
  • insbesondere eine Haltungsänderung hin zu Eigenmotivation, Freude an der Herausforderung, Selbstständigkeit und Verantwortung für die eigene Entwicklung und das Team bewirken soll.

 TheoPlus ... sind WIR

2 Aktuelle Umsetzung

aktuelle Umsetzung

2.1 Abgestimmtes Zusatzangebot für Interessierte

TheoPlus beinhaltet am Mittwochnachmittag, der für die Klassenstufen 5 – 10 frei von sonstigen Schulveranstaltungen ist, ein freiwilliges Zusatzangebot, zunächst aufteilt in die Bereiche

  • MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik),
  • Sprache + Gesellschaft.

Angesprochen sind alle interessierten Schülerinnen und Schüler, die neugierig sind und den Willen und die Freude daran haben, die Welt, aber auch die eigenen Fähigkeiten und Talente zu entdecken. Fachliche Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt.

Im Bereich MINT umfasst TheoPlus für die Klassen 6 – 10 die Themenbereiche Technik, Informationstechnik und Robotik, Life & Sciences (Biologie, Chemie, Physik) sowie Mathematik und Problemlösen (Abb. 2). Neueinsteiger erhalten Einführungen in diese Themen und bearbeiten selbstständig weitergehende Aufgaben. Fortgeschrittene forschen und entwickeln zunehmend projektartig und selbstständig im »Labor«, bilden sich in der »Akademie« weiter und werden bei der Teilnahme an Wettbewerben des Bereichs MINT unterstützt.
Im Bereich Sprache + Gesellschaft bietet TheoPlus eine Schreib-, Sprach-, Medien- und Literaturwerkstatt Kreatives Schreiben, eine Theater- und Musik-Werkstatt mit den Teilbereichen Theater, Bühnenbild und Musik und eine Grafikdesignwerkstatt Schrift - Bild - Zeichen, die unter anderem die Plakate der THG-Veranstaltungen entwirft und produziert (Abb. 2).
Detaillierte Beschreibungen der einzelnen Kurse hängen an der TheoPlus-Wand gegenüber der Hausmeisterloge aus.

2.2 Unterstützung bei Teilleistungsschwächen

Daneben enthält TheoPlus erste Angebote für Jugendliche, die in Teilbereichen Unterstützung benötigen. Ziel ist dabei nicht eine kurzfristig angelegte Nachhilfe. Vielmehr können die Jugendlichen, aufbauend auf ihrem individuellen Kenntnis- und Leistungsstand, längerfristig und zunehmend selbstständig ihr Potential entwickeln.

Dieses Angebot beinhaltet ein Training bei Lese- und Rechtschreibschwäche (LRS) für die Klassen 5 und 6. MathePlus bietet Jugendlichen der 10. Klassenstufe die Möglichkeit, nachhaltig ihr mathematisches Grundverständnis zu verbessern und die Freude am mathematischen Denken wieder zu gewinnen. Ein entsprechendes Angebot ist für die Eingangsklassen angedacht.

Langfristiges Ziel ist ein frühzeitiges, systematisches und mit dem Fachunterricht abgestimmtes Angebot, das in Teilbereichen weitere Übungsmöglichkeit geben und auf gymnasialem Niveau unterschiedliche Lerntempi kompensieren soll. Als entscheidend für das Gelingen dieses Vorhabens erweist sich eine enge inhaltliche, insbesondere aber auch „kulturelle“ Kohärenz mit dem Fachunterricht und damit eine entsprechende Abstimmung der Fachschaften.

(Text/Grafiken: Tobias Roths)